FPI - Publikationen

Materialien aus der Europäischen Akademie für Gesundheit

Web-Bearbeitung: Markus Frauchiger, lic.phil. Psychologe FSP, CH-3012 Bern


Hildenbrand/Jüster/Petzold

Das Konzept Coaching

Sinnbild und soziale Repräsentationen eines Personalentwicklungs-Instrumentes - eine integrative Perspektive -

Coaching in der Sicht deutscher Führungskräfte
Eine empirische Untersuchung

 

Das Konzept Coaching

 


Leseprobe


Printausgabe € 98.-


CD-Rom - Ausgabe € 59.-

 


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Bücher zu Coaching, Supervision, Psychotherapie, Psychologische Beratung u.a.m.



Das Konzept Coaching
Sinnbild und soziale Repräsentationen eines
Personalentwicklungsinstrumentes
- eine integrative Perspektive -

Coaching in der Sicht deutscher Führungskräfte
Eine empirische Untersuchung

Claus Dieter Hildenbrand, Markus Jüster, Hilarion G. Petzold

Freie Universität Amsterdam
Postgradualer Studiengang Supervision
Zentrum für IBT
Faculty for Human Movement Sciences
&
Donau-Universität Krems
Universitätslehrgang "Supervision - Schwerpunkt Gesundheitswesen"
Zentrum für psychosoziale Medizin
Leitung: Dr.med. Anton Leitner


FPI-Publikationen Petzold & Sieper, Hückeswagen
© Hildenbrand/Jüster/Petzold, 2002

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Dieses Buch darf ohne die vorherige schriftliche Genehmigung von Hildenbrandt/Jüster/Petzold weder ganz noch teilweise kopiert, fotokopiert, reproduziert, übersetzt oder in elektronische oder maschinenlesbare Form konvertiert werden.

INHALT

Einführung: Hilarion G. Petzold
1 Konzepte - Ausdruck von Felddynamiken S. 5
2 Soziale Repräsentationen und social worlds - zu einer sozialpsychologischen Fundierung von Beratungsformen S. 9
3 Integratives und differentielles Coaching - Beratung und soziale Repräsentationen, ein interdisziplinäres Unterfangen S. 16
4 Die Qualität des Coaching und die Kernkompetenz des Coaches S. 23
5 Die Wirksamkeit des Coaching - Evaluation wäre dringend angesagt S. 24
6 Coaching philosophy - über Ausrichtungen und Orientierungen S. 26


DIE STUDIE


1 Einleitung/Untersuchungsinteresse
S. 36
2 Soziale Repräsentation als Vorstellungsrahmen
S. 37
3 Der Begriff Coaching: Sinnbilder und Leitorientierungen
S. 42
3.1 Die historische Entwicklung des Begriffes Coaching
S. 45
3.2 Coaching im integrativen und differentiellen Modell
S. 52
3.3 Coaching vor dem Hintergrund betrieblicher Anforderungen
S. 54
3.4 Soziale Interaktion und Erwartungshaltungen im Coachingprozess
S. 56
3.5 Anforderungsparameter und begriffliches Design des Personalentwicklungsinstrumentes Coaching
S. 57
4 Durchführung der Untersuchung
S. 59
4.1 Untersuchungsinteresse
S. 59
4.2 Zielgruppenbestimmung
S. 59
4.3 Pre-Test
S. 60
4.3.1 Ergebnisse des Pre-Tests
S. 62
4.3.1 Zwischenergebnis
S. 65
4.4 Veränderung des Untersuchungsdesigns und Fragebogengestaltung
S. 67
5 Ergebnisse der Untersuchung
S. 67
5.1 Das Gesamtergebnis der Hauptuntersuchung
S. 68
5.2 Ergebnis der Branchen
S. 86
5.3 Differenzierung nach Coachingerfahrung
S. 89
5.4 Geschlechtsspezifische Differenzierung
S. 91
6 Zwischenfazit: Begriffsbildung und erlebte Wirklichkeit
S. 95
6.1 Der Feldbezug des Coachings
S. 95
6.2 Der berufliche Kontext des Coachees
S. 96
6.3 Coaching als Interaktions- und initiierter Reflexionsprozess
S. 97
7 Begriffsbildung und Professionalisierung des Coachings
S. 99
8 Abschluss und Ausblick
S. 101
9 Literatur
S. 102
10 Anhang S. 107

Abbildungsverzeichnis:

Abb.1 : From themata to social representation S. 43
Abb.2 : Rahmenparameter eines Coachingprozesses S. 45
Abb.3 : Entwicklungsstufen des Coachings S. 51

Tabellen und Grafiken:
Tab.1 : Coachinganlass (Pre-Test) S. 62
Tab.2 : Umfeldveränderung (Pre-Test) S. 63
Tab.3 : Ich betrachte einen Coach als ...(Pre-Test) S. 63
Tab.4 : Rolle des Coachs (Pre-Test) S. 64
Tab.5 : Ideales Alter des Coachs (Pre-Test) S. 64
Tab.6 : Coachinganlass S. 70
Tab.7 : Umfeldveränderung S. 71
Tab.8 : Ich betrachte einen Coach als ... S. 72
Tab.9 : Ideales Alter des Coachs S. 73
Tab.10: Persönlicher Nutzen eines Coachings S. 79
Tab.11: Coachinganlass (Branchen) S. 87
Tab.12: Umfeldveränderung (Branchen) S. 88
Tab.13: Ich betrachte einen Coach als ... (Branchen) S. 88
Tab.14: Coachinganlass (Vorerfahrung) S. 89
Tab.15: Umfeldveränderung (Vorerfahrung) S. 90
Tab.16: Ich betrachte einen Coach als ... (Vorerfahrung) S. 91
Tab.17: Coachinganlass (geschlechtsspezifisch) S. 92
Tab.18: Umfeldveränderung (geschlechtsspezifisch) S. 93
Tab.19: Ich betrachte einen Coach als...(geschlechtsspezifisch) S. 94

Die Studie: Claus-Dieter Hildenbrand, Markus Jüster, Hilarion G. Petzold


1 Einleitung/Untersuchungsinteresse

Die Literatur zum Thema Coaching ist in den letzten Jahren genauso angewachsen, wie die Anzahl der Coachs und der Coachingausbildungen. Dabei gibt es keine genaue Verständigung darüber, was Coaching eigentlich ist, ebenso ist kein schulenübergreifendes theoretisches Leitgerüst zum Thema Coaching vorhanden.
In der vorliegenden Studie wollen wir der Frage nachgehen, was eigentlich von möglichen Coachees unter Coaching verstanden wird, was diejenigen, die (möglicherweise) ein Coaching beanspruchen darunter verstehen.
Diese Vorstellungen beeinflussen als nachfragesteuernde Größe natürlich den Coa-chingmarkt und somit auch die inhaltliche Gestaltung der angebotenen Coachingpro-zesse. Eine sich gegenseitig bedingende Verhaltenserwartung kann das gemeinsa-me Bild von Coaching im Feld der Personalentwicklung verfestigen.
Die Erwartung der Coachees wird allerdings nicht die einzige Größe sein, die das Bild vom Begriff und der Methode des Coachings prägt: Funktionale Parameter, wie Verhaltensattributionen und Aufgabenstellungen an Führungskräfte, Marktbedingungen in denen Organisationen agieren und technische Innovationen sind Größen, welche die Erwartungen und somit den Begriff in eine erkennbare Form bringen.
Die Folgenden Untersuchungsergebnisse spiegeln die Konnotationen des Begriffes Coaching und seine kollektiven Attributions-, Sinn- und Deutungsmuster in drei un-terschiedlichen Branchen (Finanzdienstleistung, Nahrungs- und Genussmittel und Elektrobranche) wider.
Dazu werden uns Gedanken zum Thema Soziale Kognition als Referenzrahmen dienen. Es geht uns darum, aufzuzeigen, wie sich Vorstellungen und auch semantische Strukturen zu Themen konstituieren und ihre Konstitution als begriffliche Rahmenvorstellungen Felder kommunikativ organisieren.
Die empirische Untersuchung selbst erfolgte in drei Abschnitten, eine Pilotstudie und ein Pre-Test gingen der eigentlichen Hauptuntersuchung voraus. Auch deren Ergebnisse finden sich in der vorliegenden Schrift dokumentiert.

2 Soziale Repräsentation als Vorstellungsrahmen

Was genau bedeutet Soziale Kognition? Das Grundlegendste hierbei ist wohl, dass Soziale Kognition nicht nur die Wahrnehmung der Menschen von sich selbst und von den anderen betrifft, sondern auch die naiven Theorien, die sie zur Begründung dieser Wahrnehmung heranziehen.
Jacques-Philippe Leyens und Benoit Dardenne

Die nachfolgende Untersuchung geht der Frage nach, was (potentielle) Coachees unter dem Begriff Coaching verstehen. Im Kern zeichnen sich schon hier zwei Fra-gen ab: was ist eigentlich Coaching und daraus folgend was wird darunter verstanden?
Der Begriff des Coachings beschreibt eine soziale (kommunikative) Interaktion, es geht um einen Kommunikationsprozess. Dieser beinhaltet Wahrnehmungs-, Verstehens- und Bewertungsprozesse, deren Resultate dann wiederum in den gemeinsamen Kommunikationsprozess eingebracht werden. Somit kann Vorstellung Kommunikation konstituieren, kann ein Bild der Welt oder ein gedachter Begründungszusammenhang den Weg des Interaktionsprozesses bestimmen. Kurz gesagt: Wer et-was über Coaching als Trostinstrument liest, kann zum Schluss kommen, dass dies so sei und erwartet einen trostspendenden Coach. Erfüllt dieser die Erwartungen - und spendet ausschließlich Trost -, so wird das induzierte Bild bestätigt, der Coa-chingprozess trägt sich weiter fort. Da (eventuell) hier dann auch keine Lösungen von Konflikten geboten und Denkanstöße zur Entwicklung von Potentialen erarbeitet werden, bleibt ein trostsuchender Zustand vorhanden. Das System kann sich auf Dauer selbst stabilisieren.
Wir stellen uns hier die Frage, welche Erwartungen an einen Coaching-Prozess ge-bunden sind und welche Folgen dieser Erwartungshorizont in den Interaktionspro-zess hineinträgt. Hier soll uns als theoretischer Referenzrahmen der Gedanke der Sozialen Kognition dienen. Anhand der Arbeiten von LEYENS/DARDENNE (1997) und MOSCOVICI (2001) wollen wir dies im Folgenden darstellen.
LEYENS/DARDENNE gehen in ihrem Aufsatz ´Soziale Kognition: Ansätze und Grundbegriffe` in stärker beschreibender Form der Frage nach, wie wir uns ein Bild und eine Theorie (Legitimation) von unserer Umgebung gestalten.
LEYENS/DARDENNE gehen davon aus, dass das Ergebnis von Wahrnehmung nicht alleinig von objektiven Fakten abhängig ist, vielmehr, dass sich Wirklichkeit als Konstrukt vorhandener Daten in Verknüpfung mit vorangegangener Erfahrung, Einstellung und situativen Mustern verbinden. Sie bezeichnen die Deutung der Erfahrungen als (naive) Theorien, als Sinnbilder und Sinnkonstrukte, die Wirklichkeit an Vorstellung knüpfen.
Gerade der Bereich der Informationsverarbeitung sozialer Daten gestaltet sich als schwierig, da soziale Interaktionspartner sich nicht gleichförmig verhalten, die Zuordnung an eine erkennbare Person jedoch Konsistenz verlangt. Diese Konsistenz kann allerdings nur dann durchgehalten werden, wenn sie zum einen enttäuschungsfest und zum andern mit einer gewissen Ambiguitätstoleranz behaftet ist. So muss eine Erklärung gefunden werden, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, wenn Widersprüche nicht zu Lähmungen führen sollen und Wachstum in interaktionalen Prozessen möglich bleibt. Diese Toleranz darf allerdings nicht die grundlegenden zugewiesenen Eigenschaftsmerkmale auf Dauer verletzen. LEYENS/DARDENNE schreiben :
"Da soziale Daten oft zweideutig sind, müssen die Theorien über sie sehr flexibel sein. Menschen können demnach die Persönlichkeit der anderen wahrnehmen
" mittels Assoziation (z.B. Intelligenz hängt mit Wohlstand zusammen)
" mittels Relationen zwischen Dimensionen (z.B. Schüchternheit korreliert negativ mit Gesellig-keit, aber beide Charakterzüge liegen auf einer Dimension "extrovertiert"/"introvertiert") und
" mittels Informationsbündelungen ("clusters", z. B. der "intellektuelle Typ ist intelligent, effizient, kompetent und strebsam")
Diese unterschiedlichen Strategien können mitunter zu verschiedenen Bildern ein und derselben Person führen...
Die vorangegangenen Beispiele zeigen, dass Menschen nicht nur externe Informationen beziehen. Sie verarbeiten diese und werden somit Architekten ihrer eigenen sozialen Umgebung."
Als wesentliche Ordnungsmerkmale im Aufbau der Vorstellung und Ordnung von Informationen nennen LEYENS/DARDENNE die Kategorisierung und die Schematisierung.
Die Kategorisierung wird von ihnen wie folgt beschrieben :

"Ein Mittel der Vereinfachung ist der Kategorisierungsprozess. Eine Kategorie (oder ein Begriff) ist das Gruppieren zweier oder mehrerer unterscheidbarer Objekte, die gleich behandelt werden. Der Kategorisierungsprozess unterstützt die Ökonomisierung der Kognition."

Die beiden Autoren beschreiben Grundlagen des Kategorisierungsprozesses indem sie darauf verweisen, dass dieser eher auf dem Prinzip der Wahrscheinlichkeit beruht und die "Zugehörigkeit zu einer Kategorie durch die notwendigen und ausreichenden Attribute eines Objektes bestimmt" werden.
Innerhalb dieser Kategorie können sich Prototypen bilden, also Gegenstands-, Seins- oder Handlungsformen, die in idealtypischer Weise über eine maximale Dichte von Attributionszuweisungen der Kategorie verfügen.
Eine weitere Form der Informationsverarbeitung, aber auch eine Form der Festle-gung durch Reduktion ist die der Schematisierung, welche auf der Generalisierung von Eigenschaftsmerkmalen beruht. LEYENS/DARDENNE schreiben hier :
"Aufgrund persönlicher und sozialer Erfahrungen, die ein gegebenes Objekt beinhaltet, tendieren Menschen dazu, die Merkmale und Eigenschaften eines Objektes in Bezug auf Zeit und Raum zu verallgemeinern. Die Generalisierung wiederum beeinflusst die nachfolgende Herausfilterung von Information, die Integration und die Organisationsprozesse in Bezug auf andere Objekte. Die allgemeine Form dieser Generalisierung und ihr Ergebnis wird gewöhnlich Schema genannt."

Die aus den individuellen Konzeptualisierungen hervorgehenden Erklärungen von Welt stehen in einer doppelseitigen Beziehung zur Kommunikation in Umfeld und Gesellschaft. Zum einen werden von Individuen Informationen aus ihrer Umwelt aufgenommen und mit in den prozesshaften inneren Wirklichkeitsaufbau einbezogen, zum anderen wirkt natürlich die Repräsentation individueller Wirklichkeitsvorstellungen in die soziale Interaktion hinein; sie ist dann ein Beitrag zur Sozialen Repräsen-tation.
LEYENS/DARDENNE zitieren hier MOSCOVICI wie folgt:
"Mit Sozialer Repräsentation meinen wir eine Anzahl von Begriffen, Aussagen und Erklärungen, die ihren Ursprung in den alltäglichen Kommunikationsvorgängen zwischen Individuen haben. Sie sind für unsere Gesellschaft äquivalent zu den Mythen und Glaubenssystemen traditioneller Gesellschaften. Man könnte beinahe sagen, sie stellen die zeitgenössische Variante des ´common sense` dar."

MOSCOVICI (2001) nähert sich dem Begriff Soziale Kognition und der Sozialen Rep-räsentation stärker prozessorientiert, indem er u.a. einen idealtypischen Ablauf zur Bildung semantischer Strukturen aufzeichnet.
Er zeigt auch, wie diskursiv Soziale Repräsentationen geformt werden, welche sozia-len und gesellschaftlichen Aspekte bei der Bildung semantischer Strukturen beteiligt sind. Er beschreibt:
"In the second case, at the ´communicational` level, it will be a question of differentiating clearly the types of discursive and argumentative processes which lead on the one hand to focussing on the objects pretexts` or `examples`(exampla or commonplaces), and on the other, to the positioning of the discursive representation in a referential context running from the proximal (dialogue, conversation, face-to-face exchanges) to the distal (the written or recorded discourse of the media or institutions). Thus we shall often be in the presence of `packets of communication` expressing as much the social reiterations of representations as the evolution of images or notions in the society. We need to know, then, taking account of this `epidemiological` aspect of representations, though without thereby prejudging whether they all radiate from a central `source`, to know how to mark off the content of one domain from another, the convergences running back uphill a certain way, having more the status of a schema of notional oppositions than a stable source idea." (MOSCOVICI, 2001, S.182)

MOSCOVICI hat mit seinem Modell, das er in den sechziger Jahren an verschiede-nen Forschungsgegenständen entwickelte - etwa der sozialen Repräsentation der Psychoanalyse in der öffentlichen Meinung - einen dynamischen Prozess beschrie-ben. Dieser zeigt, wie aus relevanten Themen soziale Repräsentationen über kollek-tive kognitive Kulturschemata, verankert in Gesetzen und Regeln des Common sen-se, entstehen. Die Abbildung 1 macht die Komplexität dieses Prozesses deutlich. Es ist mit den Arbeiten von MOSCOVICI und seiner Schüler eine solide sozialpsycholo-gische Verständnisbasis geschaffen worden, auf Grund derer sich vielfältige Phäno-mene in Feldern und Organisationen verstehen lassen, wie z. B. das Konzept der "Kultur" (PETZOLD 1998, 244, 312ff), der Organisationskultur, Unternehmenskultur, Feldkultur, Branchenkultur, Marktkultur, das in der organisationswissenschaftlichen Literatur nur über eine sehr schwache theoretische Basis verfügt. Auch das Konzept Coaching kann vor solchem Hintergrund analysiert und interpretiert werden. Ein Konzept, das sich in verschiedenen Feldern in unterschiedlichen spezifischen Bedeutungen artikuliert, wenngleich offenbar auch eine sehr generalisierte Bedeutung gegeben ist, für die die folgende Definition ein Beispiel ist:

"Coaching ist eine optimierungsorientierte Beratungs- und Entwicklungsmaßnahme zur Förderung der Kompetenz, Performanz und Ressourcenlage, d. h. der persönlichen Souveränität/ Selbstwirksamkeit sowie der Situationskontrolle und Produktivität von Führungskräften bzw. anderer professioneller Fachkräfte. Coaching erfolgt durch spezialisierte Experten, die einerseits für eine solche Beratungsaufgabe über besondere Qualifikationen aufgrund eigener organisationaler Erfahrungen in der beruflichen Laufbahn (z. B. Projektleitungen, Führungsaufgaben etc.) verfügen und andererseits auf dem Boden breiter, interdisziplinär ausgerichteter Schulung in sozialinterventiven Methoden tätig werden" (PETZOLD 1994).

Die Implikationen einer solchen breiten Definition wurden in Teil I vorgestellt und entfaltet und müssen natürlich - wie dort ausgeführt - entsprechend differenziert werden. Das zieht die differentielle und zugleich integrative Coachingkonzeption nach sich, die dieser Studie zugrunde liegt und deren Orientierung durch diese Untersu-chung auch eine Bestätigung erfährt:
"Soziale Repräsentationen sind polyzentrische Wissensnetze, Sets kollektiver Kognitionen, Emotionen und Volitionen mit ihren Mustern des Reflektierens bzw. Metareflektierens in polylogischen Diskursen bzw. Ko-respondenzen und mit ihren Performanzen, d.h. Umsetzungen in konkretes Verhalten und Handeln. Soziale Welten entstehen aus geteilten Sichtweisen auf die Welt und sie bilden geteilte Sichtweisen auf die Welt. Sie schließen Menschen zu Gesprächs-, Erzähl- und damit zu Interpretations- und Handlungsgemeinschaften zusammen und werden aber zugleich durch solche Zusammenschlüsse gebildet und perpetuiert - rekursive Prozesse, in denen soziale Repräsentationen zum Tragen kommen, die wiederum zugleich narrative Prozesse kollektiver Hermeneutik prägen, aber auch in ihnen gebildet werden" (PETZOLD 2000 h).


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